Ein Abend in atemberaubender Umgebung voller Genuss, guter Gespräche und inspirierender Gesellschaft…

...ein Abend bei Susi von Living Senses Paleochora!

 

Bisher ist der kleine Ort Anidri, unweit von Paleochora, bekannt für seine malerische Schlucht und das örtliche Cafenio Sto Scolio. Doch seit diesem Jahr gibt es ein weiteres kulinarisches Highlight, das wir sehr gerne und aus Überzeugung empfehlen möchten – eine Kochsession bei Susi von Living Senses Paleochora.

Hier ist unser Erfahrungsbericht…viel Freude beim Lesen!

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“Fahren wir zum Essen  in die Schule?” höre ich meine Mutter fragen.

Sie ist das erste Mal seit fast 3 Jahren wieder zu Besuch und wir sitzen im Auto, auf dem Weg nach Anidri. Vor dem Wechsel der Zeitrechnung traten wir den Weg in das kleine Örtchen außerhalb von Paleochora nur an, wenn wir in besagtes Cafénio fuhren um zu essen.

Doch neben einigen anderen Dingen, hat sich auch die heute Absicht unserer Reise verändert.

“Nein”, sage ich und kann ihre Enttäuschung unvermittelt wahrnehmen. “Dort wo wir heute hinfahren, ist es mindestens genauso lecker und es gibt einen sehr außergewöhnlichen Vorteil”, fahre ich fort und schaue in ein erstauntes Augenpaar. “Heute, wird nur für uns gekocht und wir dürfen sogar mitmachen!”

Wenige Augenblicke später erreichen wir, unweit des Cafénio Sto Scolio, unseren Parkplatz. Wir gehen einige Schritte in Richtung eines, bereits von außen sehr einladend wirkenden, Hauses. Auf dem Weg zum Eingang begegnen uns drei weitere, uns unbekannte Frauen, die offenkundig dasselbe Ziel haben.

Ich höre, dass sie sich auf Englisch unterhalten und erfahre kurz einen Anflug von Enttäuschung. Meine Mutter spricht kein Englisch und ich erwarte einen Abend, in dem meine Übersetzerdienste gefragt sind. Dabei hatte ich mich doch auf etwas Ruhiges eingestellt. Da es bekanntlich ja immer kommt, wie es soll, verwerfe ich den Gedanken und betrete vollgepackt mit Vorfreude, Neugier und Hunger das Domizil von Susi und ihrem Partner Phil.

Der erste Eindruck

Das gesamte Haus, mit seiner gemütlichen Einrichtung und die, in sattgrün explodierende, Terrasse versprühen direkt ein Wohlgefühl. Offenkundig können das alle Anwesenden genauso spüren wie ich, denn als wir uns auf jener Terrasse zum ersten Mal für eine offizielle Begrüßung und Vorstellung die Hände schütteln, fühlt es sich an als würden wir uns schon ewig kennen.

6 Frauen. 3 aus Deutschland, mit mäßigen Englischkenntnissen und 3 aus England, für die Deutsch eine Fremdsprache ist. Wir kennen uns jetzt beim Namen und sind uns auf Anhieb einig, dass wir dem gemeinsamen Abend voller Vorfreude entgegenblicken.

Was uns verbindet, ist neben dem mitschwingenden Gefühl von Hunger, vor allem die Freude darauf in die griechische Kochkunst eingeweiht zu werden. Auf dem Speiseplan stehen Tzatziki, Dolmades (gefüllte Weinblätter), Kohlsalat und Moussaka (vegetarisch und für Fleischfans). Und, mit uns gemeinsam, wird all diese Köstlichkeiten Susi zubereiten. 

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Über die Gastgeberin

Susi lebt, wie sie uns erzählt, seit über 30 Jahren auf Kreta und in Paleochora. Anfangs als Sommergast, im Zelt am Sandstrand und wenige Jahre später ganzjährig und in einer festen Behausung, hat sie hier nahezu jeden erdenklichen Beruf ausgeübt, die Sprache in Wort und Schrift und natürlich auch die kretische Küche kennen und lieben gelernt.

Ohne ihr damit nahe treten zu wollen, würde ich sagen, Susi ist ein kretisches Urgestein. Wer das Vergnügen hat, sie kennenzulernen und gerne mehr über das Leben in kretischer Gemeinschaft wissen möchte, findet in ihr eine authentische Gesprächspartnerin, die neben ihren Kochkünsten, noch viele andere Talente und Fähigkeiten hat.

Lobhudelei ist ihr hingegen nicht besonders wichtig, also gehts schnell weiter im Text.

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Der Verlauf des Abends…

Nachdem wir alle unsere Getränke in der Hand und einen Ablaufplan im Kopf haben, geht es direkt an die Messer, Schäler, Bretter und Schüsseln. Wir alle können es kaum erwarten, endlich zur Tat zu schreiten und wie es sich ergibt, hat jede von uns verschiedene Präferenzen.

Die eine findet ihre Erfüllung im Kartoffel schälen, eine andere raspelt lieber Gurken und während sich sogar eine passionierte Knoblauchstampferin findet, beschränke ich mich auf das, was ich am besten kann: das Momentefesthalten.

Mit meiner Kamera bewaffnet halte ich fortan, bis auf einen kleinen Ausnahmemoment (in dem ich ein Käsetuch halte, durch welches der Schafjoghurt abgeseiht wird) das Geschehen für die Nachwelt fest.

Während jeder seiner Aufgabe nachgeht, hat Susi alles im Blick, beantwortet Fragen, gibt nützliche Lebens- und Küchentipps, heizt Töpfen und Pfannen ein und macht das Ganze mit so viel Freude und Entspanntheit, dass das Kochen wie selbstverständlich vonstattengeht. 

Aus meiner Sicht ist es auch genau diese Leichtigkeit, die den gesamten Abend prägt. Mir fällt nach einigen Stunden auf, dass meine Übersetzerdienste kaum gefragt sind und es ist fast ein bisschen magisch, die Beteiligten in ihrer federleichten Geschäftigkeit zu beobachten.

 

Wie nebenbei werden Rezepte aufgeschrieben und wir sind uns alle einig, dass es ein Kochbuch à la Susi geben sollte. Der nächste Winter kommt bestimmt und wer schonmal ein Exemplar vorbestellen möchte, meldet sich direkt!

Wir lernen, dass die Zubereitung von Moussaka der, eines 3-Gänge-Menü´s gleicht und obgleich ich es anfangs nicht so recht glauben will, stellt sich raus…

Susi hat nicht übertrieben. Dem anstehenden Abwasch nach zu urteilen, würde ich sogar dafür plädieren, dass die Zubereitung mit einem 4-Gänge-Menü vergleichbar ist.

Was im selben Maße wächst, wie der aufkommende Abwasch, ist der unverschämt köstliche Duft, der sich unausweichlich auf der gesamten Terrasse verbreitet. 

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Obgleich wir alle nach wie vor gespannt und neugierig sind, was die Rezeptur der einzelnen Gerichte angeht, ist spätestens beim kräftigen Rühren der Béchamel deutlich zu spüren, dass die Freude auf das Verzehren unserer Gerichte, erheblich größer ist, als das Bestreben Wissen über deren Zubereitung schriftlich festzuhalten.

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Weil manche Dinge nicht zu erklären sind…

Auch mein Aufgabengebiet leidet etwas. Ich könnte es freilich auf den Mangel an Sonnenlicht schieben, dass die letzten Schritte unserer Reise durch das griechische Lieblingsrezeptebuch nicht mehr festgehalten sind, denn immerhin dämmert es bereits als wir erwartungsfroh den Tisch decken.

Tatsächlich gibt es aber keine Bilder vom Endergebnis unser aller Bemühungen, weil ich es nur für fair halte, jedem Interessierten diesen Glücksmoment selbst erleben zu lassen.

Ich habe natürlich schon selber gekocht. Allein und auch mit Freunden. Und doch war dieser Abend voller kleiner und großer Momente, die nicht nur zum Genießen, sondern auch zum Staunen eingeladen haben. 

νόστιμο – nóstimo – köstlich

So war nicht nur jedes einzelne Gericht, welches wir heute zubereitet haben. Sondern auch die Gesellschaft, die Gespräche und das gesamte Ambiente. Und so geht eine absolute Herzensempfehlung auf die Reise an alle, die während ihres Aufenthaltes in Paleochora etwas Besonderes erfahren wollen.

Anfragen zu freien Terminen oder Buchungswünsche richtet ihr gerne direkt an Susi oder uns.

Und alle, die bereits in den Genuss einer Kochsession mit Susi gekommen sind: lasst uns gerne in den Kommentaren an euren Erfahrungen teilhaben.

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